Die LdL-Frauen :)

Die LdL-Frauen :)

Nach meiner Fortbildung in Rothenburg (die mir übrigens sehr viel Freude bereitet hat, da die Teilnehmer kritisch und interessiert waren), habe ich ein paar Tage später die Französischlehrerin Isabelle Schuhladen Le Bourhis an der Realschule Meitingen besucht. Jeden Dienstag Nachmittag trifft sich dort die LdL-Kerngruppe, Schüler der 10. Klasse, FREIWILLIG (!), um die LdL-Theorie zu bearbeiten. Schon allein das finde ich wirklich unglaublich. Schüler. Nachmittag. Freiwillig. Arbeiten. Diese Tatsache spricht sehr für die Lehrkraft! Und natürlich auch für LdL🙂

Die Kerngruppe dreht gerade einen Film, in dem die LdL-Theorie anschaulich erklärt werden soll. Ich bin schon sehr auf das Ergebnis gespannt. Und das Beste kommt noch: Ich werde den Film schon bald sehen, denn Isabelle wird mich mit ihrer Kerngruppe bei meinem Workshop in Nürnberg untersützen! Die Teilnehmer bekommen also ein äußerst anschauliches Programm und trauen sich danach hoffentlich, sofort mit LdL anzufangen.

Vielen Dank nochmal an Isabelle und ihre Schüler für die Einladung und Zusammenarbeit!

The show must go on

The show must go on

Wie der Titel schon vermuten lässt, gibt es einige neue Impulse. Das Referendariat ist nun vorbei, was bedeutet: ich habe wieder ein Leben. Ok, vielleicht etwas übertrieben, aber tatsächlich habe ich diesen Blog in den letzten Monaten zugegebenermaßen vernachlässigt. Ich war jedoch durchaus nicht untätig, was LdL betrifft und diese Erfahrungen möchte ich mit euch teilen.

1. Der Artikel

Im Februar war es endlich soweit, mein erster Artikel ist in der Fachzeitschrift Pädagogik (02/15) erschienen: „Lernen durch Lehren ganz konkret – die Erprobung eines herausfordernden Konzepts im Fremdsprachenunterricht“. 

In diesem Aufsatz schildere ich, wie auch im Blog, meine Erfahrungen mit LdL in der 7.Klasse Französisch, biete aber zugleich eine konkrete Anleitung, wie man LdL selbst im Unterricht anwenden kann und was es dabei zu beachten gilt.

Feedback: Immer wieder erreichen mich Anfragen aus verschiedenen Bildungseinrichtungen. Deshalb werde ich ab Juni sozusagen auf Tour gehen und Workshops/Fortbildungen abhalten.

2. LdL in einer höchst herausfordernden Klasse

Gegen Ende des Referendariats bekam ich die Gelegenheit, in einer äußerst schwierigen Klasse LdL einzuführen. Diese 7. Klasse war mit 31 Schülern viel zu groß, um mit den herkömmlichen Methoden alle zum Zuhören und Mitmachen motivieren zu können. Zudem handelte es sich um eine sehr heterogene Lerngruppe, was die Stoffvermittlung erschwerte. Aus erzieherischer Sicht war die Klasse eine Herausforderung, die es zu meistern galt. Nach einem sehr strengen Einstieg gelang es mir, die Schüler so weit es ging zu bändigen und sie zur Mitarbeit zu motivieren. Allerdings kam gerade in der 6. Stunde immer wieder Unruhe auf und es wurde viel Zeit mit Ermahnungen und Aufmunterungen verbraucht. Da ich aufgrund der anstehenden Lehrprobe noch kein LdL anwenden sollte, versuchte ich, Teile davon einzubauen.

Die Sitzordnung wurde trotz der großen Schüleranzahl in eine U-Form abgeändert. Klingt wahnsinnig, und das war es zunächst auch. Hier muss noch erwähnt werden, dass im Klassenzimmer alte, schwere Holztische standen… Es herrschte also großes Chaos und vor allem Lärm. Das Chaos bekamen wir durch gezielte Ansagen und das Zeichnen eines Plans in den Griff. Den Lärm, wenn 31 Kinder schwere Tische über den Boden schieben, leider nicht. Außerdem benötigten wir zu viel wertvolle Unterrichtszeit.

Die Schüler wollten aber dennoch an der U-Form festhalten, weil man „da viel besser mit den anderen reden kann“, „sich anschauen“ und „besser aufpassen und sehen kann“. Das Prinzip hatten sie also verstanden und meine Seminarlehrerin brachte mich dann auf die rettende Idee. Gegen eine kleine Belohnung (ab sofort hatte ich immer Gummibärchen dabei) sollten Schüler auf freiwilliger Basis kurz vor Ende der Pause kommen und die Tische umstellen. Und siehe da, es hat geklappt! Gerade die verhaltensauffälligeren Schüler waren ab diesem Zeitpunkt IMMER zuverlässig zur Stelle und halfen fleißig mit. Sie sprachen sich in der Pause ab und wechselten auch mal durch, was gleichzeitig den Teamgeist stärkte. Ich war richtig stolz auf meine Schüler.

Kurz, aber dennoch ertragreich

Nach der Lehrprobe (natürlich in U-Form), die ich vor allem aufgrund meiner pädagogischen Leistung in der Klasse mit der Note sehr gut (endlich) abgeschlossen hatte, begann ich sofort mit LdL. Dabei behielt ich das bewährte Schema bei, das auch in der anderen 7. Klasse so gut funktioniert hatte. Allerdings kamen nun andere Probleme auf. Die Schüler hatten große Hemmungen, Französisch zu sprechen und taten dies zunächst auch nicht besonders gut. Also führten wir den „Bob l’Éponge“ ein: der kleine Plüsch-Spongebob wurde immer an die Person weitergereicht, die zuletzt Deutsch gesprochen hatte. Wer ihn am Ende der Stunde in der Hand hielt, bekam eine kleine Zusatzaufgabe. Die Tafel besonders schön wischen, das Zimmer mit aufräumen oder auch mal ein Lied singen oder eine Rede halten. Von da an bemühten sich die Kinder sehr, das Deutsche zu vermeiden und es war ihnen auch nicht mehr peinlich, französisch zu sprechen.

Die ersten LdL-Einheiten verliefen gut und einzelne Schüler überraschten mit ihren Beiträgen. Da ich auch in meiner unkomplizierteren, dennoch lebhaften Spanischklasse (9. Jahrgangsstufe) LdL eingeführt hatte und dies hervorragend lief, organisierte ich eine schulinterne Fortbildung, zu der ich auch Jean-Pol Martin und Isabelle Schuhladen  Le Bourhis einlud. Leider musste die geplante Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden, da mich die Spätfolgen eines Autounfalls bis zum Ende des Referendariats außer Gefecht setzten. Es war wirklich schlimm, da ich so gerne noch weiter mit den beiden Klassen gearbeitet hätte.

3. Wie geht es weiter?

Mittlerweile bin ich wieder fit und arbeite an einer tollen kleinen Förderschule. Ich leite eine 1. Klasse im zweiten Lernjahr und stehe nun vor ganz anderen Herausforderungen. Durch den Schulartwechsel lerne ich vor allem aus pädagogischer und didaktischer Perspektive unglaublich viel dazu. Nach den Ferien werde ich etwas ausprobieren, an dem ich noch feilen muss. Ich nenne es Mini-LdL. So viel darf schon verraten werden: es gibt für jedes Fach Spezialisten, die den anderen Kindern helfen. Heterogenität ist ein großes Thema (nicht nur) in meiner Klasse und damit will ich arbeiten. Für Anregungen und Vorschläge bin ich natürlich offen, also immer her damit!

LdL-Mooc und noch ein paar Dinge…

LdL-Mooc und noch ein paar Dinge…

LdL mit dem Referendariat zu verbinden, ist schon eine Herausforderung. Ich will ja nicht nur meine Schüler nach dieser Methode unterrichten, sondern möglichst viel dafür tun, LdL zu verbreiten und andere Lehrkräfte zu coachen. Die Struktur des Referendariats macht dies nahezu unmöglich, und so zähle ich die Tage, bis es endlich vorbei ist, nämlich 268 Tage😀 . Deshalb möchte ich mich auch gleich dafür entschuldigen, dass ich momentan nicht so aktiv bin, wie ich es gerne wäre.

Trotzdem gibt es tolle Neuigkeiten.

Am 23. Juni werden Referendare mit ihren Seminarlehrern und Direktoren meinen Unterricht besuchen und sogar Jean-Pol Martin wird extra an meinen Einsatzort kommen, um anschließend an die Hospitation eine Diskussion mit den Teilnehmern und mir zu führen. Hierfür wird auch die Presse eingeladen (je mehr „Werbung“, umso besser).

Immer mehr Kollegen interessieren sich für diese Methode und so wurde mir angeraten, LdL auch in meiner Anfängerklasse im Spanischunterricht durchzuführen, was ich gleich diese Woche gestartet habe. Das wird besonders interessant, da sich die Schüler im 1. Lernjahr befinden. Eine Referendarin wird LdL ab sofort im Mathe-Unterricht einführen und zufällig sind einige Schüler aus meiner LdL-Klasse dabei, die sich sehr über den Methodenwechsel freuen und als Experten fungieren können.

Für das Wintersemester 2015 wurde mir diese Woche ein Lehrauftrag angeboten, ich werde tatsächlich ein Profilmodul in der romanistischen Fachdidaktik bekommen – und zwar zu Lernen durch Lehren! Damit wird ein Traum für mich wahr. Jetzt fehlt mir nur noch eine Schule, die mir eine Klasse für die Promotion gibt (es sind schon drei im Gespräch, mein Favorit ist jedoch meine jetzige Einsatzschule). Mal sehen, was die Zukunft bringt!

Am 23. Mai werde ich in einem Live-Hangout ein Interview im Rahmen des LdL-Moocs geben und freue mich über viele Zuhörer und Fragensteller!

Fazit nach 6 Monaten LdL

Fazit nach 6 Monaten LdL

Eigene Beobachtungen

Mittlerweile wird die Klasse seit knapp sechs Monaten nach dem Lernen durch Lehren – Prinzip unterrichtet. Während dieser Zeit konnten große Fortschritte bei den Schülern beobachtet, aber auch Schwächen von LdL, das heißt im Zusammenhang mit den äußeren Rahmenbedingungen des Schulsystems verzeichnet werden. Im Folgenden sollen verschiedene Probleme und Vorteile von LdL beschrieben werden, die aus meinen Beobachtungen in der 7. Klasse hervorgehen.

Zeitproblem

Es erfordert viel Zeit und Geduld, wenn Schüler die Stoffvermittlung übernehmen. Eine Unterrichtsstunde allein wird immer für die Aufbereitung der einzelnen Einheiten benötigt. Von da an haben alle Gruppen ihre Materialien stets parat und die Stoffvermittlungen können der Reihe nach abgerufen werden. Prinzipiell konnte der Halbjahresplan eingehalten werden, doch tatsächlich fehlt in den einzelnen Unterrichtsstunden die benötigte Zeit für grammatikalische Übungen. Kompensiert wird dieses Manko zwar durch die Intensivität der Stoffvermittlungen durch die Lerner selbst, denn in meiner Rolle als Beobachter kann ich besser auf einzelne Schüler achten und vor allem darauf, ob sie die neuen Inhalte wirklich verstanden haben. Sobald nur die geringsten Zweifel aufkommen, interveniere ich sofort und lasse den Stoff noch einmal von einem anderen Schüler erklären – so lange, bis alle das neue Wissen verinnerlicht haben. Deshalb bin ich der Meinung, dass mindestens vier Schulstunden notwendig sind, um Lernen durch Lehren erfolgreich praktizieren zu können, ohne den Anschluss zu verlieren. Entgegen meiner Erwartungen hat die Vermittlung der neuen Inhalte insgesamt nicht länger gedauert, als ich es ursprünglich für mich selbst eingeplant hatte. Meiner Meinung nach hat dies einen einfachen Grund: Das neue Wissen wird durch Ldl besser verinnerlicht, die Schüler fühlen sich sicherer und stellen wichtige Fragen gleich.

Die Klassensituation

Mir ist bewusst, dass die mir gegebenen Grundvoraussetzungen eine ideale Basis für die Durchführung von Lernen durch Lehren waren. Die Schüler sind größtenteils diszipliniert und zuverlässig, was bedeutet, dass sie ihre Materialien immer mit sich führen. In anderen Fällen muss die Lehrkraft die gesamten Präsentationen einsammeln und selbst mitbringen, was einen zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeutet. Zudem würden die Schüler dann das Gefühl haben, ein großes Stück an Verantwortung an die Lehrkraft zu übergeben, was den Sinn von LdL verfehlen würde und sich negativ auf die Stoffvermittlungen umschlagen könnte. Eine dritte Möglichkeit wäre das Aufbewahren der Materialien im Klassenzimmer, was jedoch nicht in jeder Schule möglich ist. Ein äußerst wichtiges Element für einen gelungenen LdL-Unterricht ist das Klassenklima. Es ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit, dass sich die Schüler, vor allem in der Unter-und Mittelstufe, gegenseitig respektieren, ernst nehmen und zuhören. Oft muss der respektvolle Umgang miteinander erst über Wochen trainiert werden; in meinem Fall war dieser von Anfang an gegeben. Die Lerner lachen sich nicht gegenseitig aus, lassen sich untereinander zur Ruhe ermahnen und nehmen Kritik zu ihren Beiträgen nicht als persönlich auf. Im Gegenteil: Sie sprechen sich sogar immer wieder Mut zu, wenn jemand beispielsweise aufgrund sprachlicher Hindernisse nicht weiter kommt. Und das, obwohl es sich um eine Mischklasse aus drei verschiedenen Klassen handelt. Es ist im LdL-Unterricht besonders wichtig, dass der Lehrer sehr konsequent und streng ist, um den Schülern einen sicheren Rahmen zu bieten.

 Auswirkung auf einzelne Schüler

Tatsächlich hatte die Umstellung auf den LdL-Unterricht positive Auswirkungen auf einzelne Schüler. Der Schüler X,  der zuvor unkonzentriert war, fühlt sich mit der neuen Methode sehr wohl und kann seine Aufmerksamkeit auf die vielen Interaktionen im Klassenzimmer richten und positiv einsetzen; er gehört jetzt zu den aktivsten Schülern und hat großen Spaß an LdL. Die Schülerin Y, die zuvor negativ durch ihre laute Art auffiel, kann diese nun ebenso positiv im Unterricht einsetzen und überzeugt dadurch, dass sie unklare Inhalte gerne ihren Mitschülern noch einmal auf Französisch erklärt. In den letzten Wochen stellte sich heraus, dass die Schülerin Z sehr oft fehlte und auch ihr Unterrichtsmaterial vergaß, weshalb ich sie als Konsequenz von den Stoffvermittlungen ausschloss. Ich bekam mit, dass die Schüler ein ernstes Gespräch mit ihr führten und sie darauf hinwiesen, dass man sich im LdL-Unterricht aufeinander verlassen müsse. Vor drei Wochen gab ich ihr also erneut die Gelegenheit, gemeinsam mit einem anderen Schüler eine Grammatik aufzubereiten. Seitdem erschien sie zuverlässig im Unterricht und scheint begriffen zu haben, dass die Klasse nur als Team funktionieren kann.

Leistungsstand

Die Leistungen der Schüler haben sich seit der Umstellung auf LdL nicht verschlechtert und konnten aufrechterhalten werden. Dies ist äußerst bemerkenswert, da sie sich die gesamte Grammatik für die letzten zwei Schulaufgaben selbst beigebracht haben!

Feedback von außen

 

Sehr erfreut und überrascht war ich über die durchwegs positiven Rückmeldungen der Eltern. Bereits am 1. Elternsprechtag, als das Projekt erst seit wenigen Wochen lief, zeigten sich diese beeindruckt von den Fortschritten ihrer Kinder und baten mich, mit LdL weiterzumachen. Die Die zwei aussagekräftigsten Reaktionen möchte ich hier kurz wiedergeben. Die Mutter von Schüler X besuchte extra meine Sprechstunde, um mir für die Erfolge ihres Sohnes hinsichtlich seiner Konzentrationsprobleme im Französischunterricht zu danken. Es sei das einzige Fach, in dem er sich aufgrund von LdL sicher fühle und sich nicht mehr ablenken ließe. Einen weiteren Dankesanruf erhielt ich von der Mutter der Klassenbesten. Sie lobte meinen Einsatz von LdL besonders im Hinblick darauf, dass auch ohnehin schon gute Schüler noch mehr gefördert werden könnten.

Befragung der Schüler

Die Meinung der Lerner spielt für die Weiterentwicklung und Überarbeitung des LdL-Unterrichts eine bedeutende Rolle. Aus diesem Grund entwarf ich einen anonymen Fragebogen, den die Schüler online ausfüllen konnten.

Von den 26 Schülern nahmen 20 Schüler an der Online-Befragung teil. Im ersten Abschnitt konnten die Lerner 18 Aussagen zu verschiedenen Aspekten des LdL-Unterrichts auf einer Skala von 1-4 bewerten (1=Stimme voll zu, 2=Stimme eher zu, 3=Stimme eher nicht zu, 4=Stimme überhaupt nicht zu). Im zweiten Teil der Befragung ging es darum, ob der Französischunterricht weiterhin nach der LdL-Methode durchgeführt werden sollte oder nicht. Die Entscheidung sollte kurz in eigenen Worten begründet werden. Abschließend hatten die Probanden die Möglichkeit, allgemeine Kritik und Wünsche über den LdL-Unterricht zu äußern.

Die Aussage “Ich habe das Gefühl, öfter französisch zu sprechen als vorher” bewerteten 55% der Befragten mit “Stimme voll zu”, weitere 30% mit Stimme eher zu” und 13% mit “Stimme eher nicht zu”. Der Großteil der Lerngruppe konnte die Aussage demnach bejahen. Es ist aber sicherlich noch Luft nach oben, was den Sprechanteil einzelner Schüler betrifft, zurückhaltende Lerner müssen demnach noch stärker in die Kommunikation mit einbezogen werden, worauf ich als Lehrkraft in Zukunft verstärkt achten werde.

Interessant ist auch die Antwort auf die Aussage “Der LdL-Unterricht nimmt mir die Angst vor Referaten und mündlichen Prüfungen”: Die Mehrheit der Lerner ist sich darüber einig, dass ihnen die im LdL-Untericht erworbenen Kompetenzen und Erfahrungen generell für mündliche Prüfungssituationen behilflich sind. 34% der Befragten antworteten mit “Stimme voll zu”, ganze 60% mit “Stimme eher zu” und nur 4% mit “Stimme eher nicht zu”. Im März fanden die mündlichen Schulaufgaben in der 1. Fremdsprache, also Englisch, statt und die Schüler berichteten mir davon, weniger aufgeregt gewesen zu sein, da sie die Situation schon aus dem LdL-Unterricht kannten.

Mit 69% wählte die Mehrheit der Probanden “Stimme voll zu” als Antwort auf die Aussage, ob LdL auch in mehr Fächern eingesetzt werden sollte. Das bedeutet, dass die Schüler nicht nur großen Spaß an LdL haben, sondern auch die Vorteile zu schätzen wissen. Anscheinend halten sie die erzielten Lerneffekte für sinnvoll.

Die für mich aufschlussreichsten Ergebnisse stellten jedoch die selbst formulierten Antworten des letzen Teils der Befragung dar. Nur eine/ein Schüler/in würde lieber wieder traditionell unterrichtet werden, alle anderen entschieden sich für LdL, auch in Zukunft. Die Verbesserungsvorschläge der Schüler sind sehr konstruktiv und nachvollziehbar. So schreibt einer der Befragten: “Ich würde immer ein Zeit Limit setzen, dass der Vortrag nicht zu lang und vor allem nicht „langweilig“ wird. Außerdem würde ich die Gruppen ab und zu mischen, um zu lernen, auch mit anderen Leuten (vielleicht auch manche, die man nicht so gut kennt) zu arbeiten.”

Viele der Schüler wünschen sich mehr Übungen, was mir selbst auch schon aufgefallen war. Auch dem Wunsch nach einem Durchmischen der Gruppen werde ich in der nächsten Runde nachgehen.

Fazit und Ausblick

Alles in Allem fiel das Feedback der Schüler überwiegend positiv aus, weshalb ich die Umstellung auf den LdL-Unterricht für mich und meine Klasse als gelungen bezeichnen möchte. Aufgrund meiner hier beschriebenen ersten Erfahrungen mit LdL in der Rolle der Lehrkraft möchte ich weiterhin nach dieser Unterrichtsmethode unterrichten und halte sie besonders im Fremdsprachenunterricht für sinnvoll. Meiner Meinung nach ist die Umstellung auf LdL jedoch nur sinnvoll, wenn die Methode konsequent bis zum Ende des Schuljahres und nicht nur für einzelne Lektionen angewandt wird. Darüber hinaus sollten LdL-Lehrkräfte eine fundierte praktische Ausbildung erhalten, um die Methode erfolgreich umsetzen zu können. Um selbst andere Lehrer in LdL coachen zu können, strebe ich nach Abschluss des Referandariats eine Promotion in der romanistischen Fachdidaktik an, die sich mit der Methode noch intensiver auseinander setzt, vor allem im Hinblick auf Leistungsnachweise und die zum Schuljahr 2015/16 erscheinenden neuen Lehrpläne.